Einsätze der Sonderdienste

Einsatz Myralucke mit überraschendem Ausgang

20210410 Einsatz Myralucke berger 1Zwei Forscherinnen begleitet von einem professionellen Höhlentaucher machten sich am Vormittag des Samstag, 10. April 2021 auf den Weg zum Telmersee, einem unterirdischen See in der Myralucke im Unterberg bei Thal (Muggendorf). Das ihr perfekt geplanter Forschungsausflug einen Großeinsatz auslösen sollte, wussten sie natürlich noch nicht. 
 
Um 15:31 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Thal und Muggendorf zum Einsatz an der Myralucke, einer Höhle im Unterberg im Lamwegtal am Ostfuß des Unterbergs, alarmiert. Der Tauchlehrer der beiden Forscherinnen machte sich Sorgen und meldete drei vermisste Taucher in dem etwa 300 Meter tiefen Höhlensystem. 

"Ab hier zeigte sich die großartige Organisation unserer Rettungsorganisationen in Österreich", so Bezirksfeuerwehrkommandant des Bezirks Wiener Neustadt, Karl-Heinz Greiner. Denn innerhalb kürzester Zeit trafen mit den Feuerwehren Thal und Muggendorf auch die Polizei sowie die Alpinpolizei, die Bergrettung, die Höhlenrettung und der Rettungshubschrauber C3 am Einsatzort ein.
"Auch der Sonderdienst Tauchdienst wurde nach Freigabe des Landesfeuerwehrkommandanten-Stellvertreter LBDS Martin Boyer mit der Tauchgruppe NÖ Süd unmittelbar in Bewegung gesetzt.

"Die Taucher des Tauchdienst des NÖ Landesfeuerwehrverbandes unterstützen bei solchen Einsätzen die Höhlenrettung und sind für Bergungen unter Wasser perfekt ausgebildet. Für uns ist die Tauchgruppe Süd, welche in Mödling mit dem Tauchdienstfahrzeug stationiert ist, zuständig. Die Feuerwehrtaucher aber kommen aus dem ganzen Industrieviertel. Im Bezirk Wiener Neustadt haben wir derzeit zwei aktive Feuerwehrtaucher", so Greiner weiter. Aufgrund des Alarmbildes "Vermisste Taucher" hat der diensthabende Disponent in der Bezirksalarmzentrale Wiener Neustadt, Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Norbert Schmidtberger, sofort reagiert und über die Landeswarnzentrale den Tauchdienst alarmieren lassen. 
 
Als die Einsatzstelle vorbereitet wurde und die Feuerwehr Thal mit den Auspumparbeiten des Siphons am Eingang zur Höhle begann, tauchten die zwei Forscherinnen mit ihrem Begleiter aus der Höhle auf. Vollkommen überwältigt von dem Anblick der Rettungskräfte waren die drei sichtlich erschrocken und fragten sich, was passiert sei. "Als man ihnen erklärte, dass man wegen ihnen hier sei, war die Verwirrung perfekt", so Greiner. 

Im Gespräch mit der zuständigen Alpinpolizei klärte sich der Fall auf: Der professionelle Höhlentaucher hatte seiner Lebensgefährtin die Alarmzeit 19 Uhr genannt. Sollten sie sich bis dahin nicht gemeldet haben, sollte sie die Rettungskette auslösen. "Die beiden Forscherinnen haben ihren Tauchlehrer über den Einstieg in die Höhle informiert aber offenbar keine Alarmzeit vereinbart. Nach etwas mehr als vier Stunden wurde dieser aber nervös und machte sich Sorgen", erklärt Greiner. Nach der Aufnahme des Einsatzes und der Feststellung, dass alles in Ordnung war, konnten alle Einsatzkräfte wieder einrücken. "Besser einmal zu oft alarmiert werden, als einmal zu wenig. Zum Glück ist niemanden etwas passiert."
 
Über die Myralucke:
Die Myralucke ist eine Höhle, die nicht vollständig unter Wasser steht, aber nur mit einem Tauchgerät, Seilausrüstung und von ausgebildeten Höhlenforschern betreten werden darf. Die Myralucke wird laufend erforscht. Den entferntesten bekannten Punkt hat man erst 2003 erforscht. Die Höhle ist 306 Meter lang. Der Eingang liegt auf 698m Seehöhe und führt zunächst bis auf 10 Meter unter dem Eingang, dann auf bis über 10 Meter über den EIngang und dann in weiterer Folge zum Telmersee. Höhlentauchen sollte nur von speziell geschulten Tauchern durchgeführt werden!
 
Mehr über den Sonderdienst Tauchdienst: https://www.noe122.at/feuerwehrwesen/sonderdienste/tauchdienst 

Fotos: BFKDO Wr. Neustadt / R. Berger und KH Greiner
Bericht: BFKDO Wr. Neustadt / R. Berger

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